Neonazimode im Europacenter

Fünf Tage hat es gedauert, bis der Thor-Steinar-Laden „Nordic Brands“ im Europa-Center wieder schließen musste. Das Centermanagement des Europa-Centers in Charlottenburg hatte eine einstweilige Verfügung gegen den Laden erwirkt inder der Verkauf und die Bewerbung der bei Neonazis beliebten Marke „Thor Steinar“ untersagt wurde. Das Centermanagement reagiert damit auf das „erhebliche Konfliktpotential der Marke“, und dass dem Haus nicht unterstellt werden solle „dass sie die Gesinnung teilen, weil sie den Verkauf der Marke dulden“.
Die Eröffnung des Ladens erfolgte am 1.12.201, am 6.12.201 war der Laden wieder geschlossen, die Scheiben abgeklebt und die Leuchtreklame entfernt.

Doch leider sollte die Schließung nicht das Ende von Neonazi-Mode im Europacenter sein.

Am 11.12. wurde im selben Ladenlokal ein neuer Laden eröffnet, der den Namen „Viking Brands“ trägt und ausschließlich „Erik and Sons“ vertreibt.

Erik and Sons ist eine ebenfalls bei Neonazis beliebte Marke, die wie „Thor Steinar“ auf nordische Mythologie und völkische Symbolik setzt. Die Marke wurde im Jahr 2007 von Petra Maier (zeitweilig wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU-Berlin) registriert. Auffällig ist, dass der Inhaber der Firma Tex.Sell, die für Erik and Sons auftritt, Udo Siegmund aus dem brandenburgischen Niederlehme ist. Siegmund war vor einigen Jahren der Anmelder der Webseiten von Thor Steinar. [1]

Doch nicht nur die Beliebtheit bei Neonazis und die personelle Kontinuität in Bezug auf „Thor Steinar“ sind ein Indiz dafür, dass Erik and Sons „aus der Szene für die Szene“ gegründet wurde.
Im November 2009 bewarb die Marke ein „Hammerfest“ mitten in Berlin. Das Fest sollte ein Rechtsrockkonzert der Band“Kategorie C“ (deren Sänger 1991 mit anderen ein Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim verübte) werden. Allerdings konnte kein Raum für das Konzert gefunden werden, 120 frustrierte Nazis gingen in den „Henker“ feiern.
Ein weiterer Beweis für die Verstrickung der Marke mit neofaschistischen Umtrieben findet sich in der Neonazi-Kneipe „Zum Henker“. Dort wurde 2009 eine Soliparty für die inzwischen verbotene „Hilfsgemeinschaft für nationale politische Gefangene und deren Angehörige” (HNG) “ (aka braune Hilfe) veranstaltet. Der „nationale Widerstand“ berichtete im Anschluss darüber, dass „Erik and Sons“ die Feier mit Sachspenden unterstützt hat. [2]

Hiermit fordern wir das Centermangement auf gegen das Geschäft vorzugehen und den rechten Umtrieben einen Riegel vorzuschieben, denn nicht nur „Thor Steinar“ beinhaltet ein erhebliches Konflitkpotential.

Neonaziläden schließen!

[1]
[
2]





Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: