Archiv für Oktober 2010

Kein Vergessen! Kein Vergeben!

Die Gewalt der Novemberpogrome vom 7. -13 November 1938 fand am 9.November ihren vorläufigen Höhepunkt. Überall in Deutschland und Österreich brannten die Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden überfallen, demoliert und geplündert. Jüd_innen wurden von deutschen Antisemit_innen gedemütigt und geschlagen, vergewaltigt und ermordet. Etwa 30.000 Männer wurden verhaftet und in die Konzentrationslager Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen verschleppt. Die Gewalt der Novemberpogrome bildete den Auftakt zu vollkommener Entrechtung, Deportation und Vernichtung der Jüd_innen in Deutschland und Europa.

Platz des 9.November – des 9.November 1989
Der 9. November 2010 ist der 72. Jahrestag der Pogromnacht 1938. Er fällt mit dem 21. Jahrestag des Mauerfalls und den anstehenden offiziellen Feierlichkeiten zusammen: So soll in Berlin in diesem Jahr an der Bornholmer Straße ein „Platz des 9. November 1989“ eingeweiht werden. Damit wird das Gedenken an die Novemberpogrome zunehmend überlagert. Die Behauptung, der Mauerfall 1989 stehe für die Überwindung „zweier Diktaturen auf deutschen Boden“, relativiert den Nationalsozialismus und seine Verbrechen als eine bedauerliche, aber überwundene Episode, die der geläuterten Musterdemokratie BRD voranging.Zudem unterschlägt sie die existierenden gesellschaftlichen Kontinuitäten zwischen dem NS und der BRD.Paul Spiegel, der ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland warnte schon am 9.November 2000: „(…) Es darf aber niemals das Gedenken an den 9.November 1938 – an den staatlich organisierten Pogrom – verdrängt werden.(…) Die Freude über die Niederreißung der Mauer (…) tauge nicht zum Gedenken an die Millionen von Toten des Nazi-Terrors.“

Demonstration
9. November | 17 Uhr | Mahnmal Levetzowstraße

Antifa Moabit

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